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IAB-Arbeitsmarktbarometer: Abbau der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich

IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

04.07.2018, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer sinkt im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,5 auf 103,6 Punkte. Damit sinkt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zum dritten Mal in Folge. Vor allem die Erwartungen für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit geben nach und liegen nur noch leicht im positiven Bereich.

„Die internationalen Handelskonflikte hinterlassen in der deutschen Konjunktur erste Spuren“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“. Die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers gibt um 0,2 Punkte gegenüber dem Vormonat nach. Der aktuelle Stand von 106,6 Punkten zeigt aber noch immer ein starkes Beschäftigungswachstum über die kommenden Monate an. „Der Beschäftigungsaufschwung wird zwar etwas schwächer, ist insgesamt aber wenig anfällig für konjunkturelle Schwankungen“, erklärt Weber. Das liege am robusten Wachstum in vielen Dienstleistungsbereichen und an der niedrigen Entlassungsquote. Zudem puffere die hohe Zuwanderung die alterungsbedingte Schrumpfung des Arbeitsmarkts noch ab.

Die Arbeitslosigkeitskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers geht allerdings verglichen mit dem Vormonat um 0,7 auf 100,6 Punkte zurück. „Ohne kräftige Konjunktur wird es für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit nicht mehr reichen“, so Weber. In der Tendenz sei aber immer noch eine eher günstige Entwicklung zu erwarten. Selbst bei Flüchtlingen sei keine steigende Arbeitslosigkeit festzustellen.

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Da das Saisonbereinigungsverfahren laufend aus den Entwicklungen der Vergangenheit lernt, kann es zu nachträglichen Revisionen kommen. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

IAB-Arbeitsmarktbarometer

Über das IAB

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erforscht den Arbeitsmarkt, um politische Akteure auf allen Ebenen kompetent zu beraten. Ökonomen, Soziologen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiterer sozialwissenschaftlich und methodisch ausgerichteter Disziplinen schaffen durch exzellente, national wie international vernetzte Forschung die Basis für eine empirisch informierte Arbeitsmarktpolitik.

Damit trägt das IAB im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise des Arbeitsmarkts, der Erwerbschancen und der Lebensbedingungen in einer sich dynamisch verändernden Welt bei. Forschungs- und Publikationsfreiheit garantieren, dass unabhängiger und damit auch kritischer Rat erteilt werden kann. 

Das Institut wurde 1967 als Forschungseinrichtung der damaligen Bundesanstalt für Arbeit gegründet und ist seit 2004 eine besondere Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit (BA) . Das IAB hat seinen Sitz in Nürnberg. Durch sein Regionales Forschungsnetz ist es zudem bundesweit an zehn Standorten präsent.


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