Bio boomt – Historischer Umsatz für Bio-Markt

18.02.2021, foodjobs.de.

Die Pandemie hat uns eins gelehrt: Rückbesinnung. Und das zu uns selbst und zu unserer Region. Viele Menschen entdecken sich neu, lesen mehr oder fangen an zu Kochen. So verwundert es nicht, dass der Bio-Markt in 2020 wahrhaftig Geschichte geschrieben hat.

Vor 20 Jahren führte die Bundesregierung das deutsche Bio-Siegel ein, das als staatliches Produktkennzeichen für ökologische Produkte verwendet wird. Während nur ein Jahr später bereits 651 Unternehmen mit über 12.000 Produkten für die Kennzeichnung registriert waren, zählt die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) heute stolze 90.114 Produkte von 6.049 Unternehmen. Umfragen zufolge kennen rund 97 Prozent der Deutschen das grüne Sechseck, was für BLE-Präsident Dr. Hanns-Christoph Eiden eine klare Bedeutung trägt: „Das ist ein starkes Argument für die Nutzung. Das Bio-Siegel stärkt das Vertrauen in ökologisch hergestellte Lebensmittel. Denn, und das müssen wir Verbraucherinnen und Verbraucher zeigen, man darf es nur nutzen, wenn man sich an die Vorgaben für den Ökolandbau hält und das regelmäßig kontrollieren lässt.“

Somit gilt das Bio-Siegel als Vorreiter für eine nachhaltig und regional orientierte Herstellung von Lebensmitteln. 20 Jahre später liegt es immer noch im Trend, denn laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) griffen die Verbraucher im letzten Jahr beherzt zu Bio-Produkten und gaben so 22% mehr Geld für Bio-zertifizierte Lebensmittel und Getränke aus. Das macht in Summe ganze 14,99 Mrd. Euro, womit der Bio-Markt im Corona-Jahr 2020 ein doppelt so starkes Wachstum verzeichnen konnte, wie der gesamte Lebensmittelmarkt.

Vor allem die Lebensmittelvollsortimenter trugen zu dieser Entwicklung bei, denn neben ihrem umfangreichen Sortiment listen diese inzwischen häufig neben den Handelsmarken auch Produkte aus regionalem Anbau. Und diese Angebotsfülle schätzen die Kunden, denn, um möglichst wenig verschiedene Geschäfte aufsuchen zu müssen, suchten die Deutschen in 2020 vermehrt Food- Vollsortimenter auf. Die Discounter legten zwar in 2020 ebenfalls deutlich zu, erreichten jedoch bei weitem nicht die Vollsortimenter.

Auch der Naturkosthandel durfte sich freuen, denn dessen Stammkundschaft und Neukunden bescherten ihm ein Umsatzplus von 16,4%. Doch am stärksten zugelegt haben in der Corona-Pandemie sonstige Einkaufsstätten, zu denen sich beispielsweise Hofläden, der Online-Handel (inklusive Lieferdienste), Wochenmärkte, Bäckereien, Metzgereien sowie Reformhäuser zählen lassen. Zusammen erzielten diese ein Umsatzplus mit Bio-Produkten von erstaunlichen 35%. Hieraus lässt sich ableiten, dass Themen wie Herkunft, Herstellungsbedingungen sowie gesunde Ernährung bei den Verbrauchern immer wichtiger werden. Das ließ sich auch bei den Direktvermarktern beobachten, denn ähnlich wie Wochenmärkte oder Reformhäuser legten diese um knapp 30% zu.

Als Sieger des Jahres konnte sich der Online-Handel bereits über diverse Trophäen freuen. Und auch in Bezug auf Bio-Kost hält die Glückssträhne an, denn zu diesem zählen auch Lieferdienste und Abo-Kisten. In diesem Sektor konnte der Online-Handel fast doppelt so hohe Umsätze erzielen, denn viele Kunden vermieden den Gang zum Supermarkt, wollten jedoch nicht auf ihre frische Ware verzichten. So stießen bereits im Frühjahr viele Lieferdienste an ihre Kapazitätsgrenzen.

 

 

 


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