ANG-Arbeitspanel 2026

Berlin, 09. Juli 2026, ANG.

Beschäftigung in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie stabilisiert sich – Fachkräftemangel in technischen Berufen wächst

Beschäftigte

Die Zahl der Beschäftigten in der Ernährungs- und Genussmittelindustrie ist im Jahr 2025 leicht um 2,3 Prozent auf rund 674.000 gestiegen. Für das laufende Jahr 2026 blicken die Unternehmen mit einem verhaltenen Optimismus in die Zukunft: Mehr als die Hälfte der Betriebe (54 Prozent) rechnet mit einer stabilen Beschäftigtenzahl. Dies geht aus dem aktuellen „ANG-Arbeitspanel 2026“ hervor, das von der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e. V. (ANG) erhoben wurde. Während etwa ein Viertel der Unternehmen (23 Prozent) von einem Anstieg der Beschäftigung ausgeht, ist der Anteil der Betriebe, die einen Rückgang erwarten, im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls auf 23 Prozent gestiegen. 

Engpass bei technischen Fachkräften und Auszubildenden

Ein zentrales Thema der Branche bleibt der Fachkräftemangel, der weiterhin vor allem die Besetzung technischer Schlüsselpositionen erschwert. Besonders gefragt sind derzeit: • Elektroniker:innen (23 Prozent) • Maschinen- und Anlagenführer:innen (12 Prozent) • Mechatroniker:innen (11 Prozent)

Erfreuliche Nachrichten gibt es bei der generellen Ausbildungssituation: Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen sank im Berichtszeitraum um knapp vier Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Allerdings verschiebt sich die Herausforderung deutlich in den technischen Bereich. Der Mangel an Auszubildenden in technischen Berufen hat sich weiter verstärkt und liegt nun bei 52 Prozent (plus vier Prozentpunkte). In ernährungstypischen (38 Prozent) und kaufmännischen Berufen (10 Prozent) ging der Anteil unbesetzter Stellen hingegen leicht zurück. "Die Ernährungsindustrie investiert auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in ihre Beschäftigten und in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Dass mehr junge Menschen eine Ausbildung in unserer Branche beginnen und gleichzeitig weniger Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, ist ein ermutigendes Signal. Damit die Unternehmen diesen Weg fortsetzen können, brauchen sie aber wirtschaftliche Perspektiven und verlässliche Rahmenbedingungen. Nur wettbewerbsfähige Unternehmen können dauerhaft Arbeitsplätze sichern und Fachkräfte ausbilden", betont Kim Cheng, Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss.

Strukturelle Veränderungen und mehr Frauen in Führungspositionen

Die Belegschaftsstruktur der Branche durchläuft einen leichten Wandel. Der Anteil der Beschäftigten in unmittelbar auftragsabhängigen Bereichen wie Produktion, Lager und Logistik sank auf gut zwei Drittel (69 Prozent), während der Anteil in Management und Verwaltung auf 31 Prozent anstieg. Auffällig ist die Entwicklung der Geschlechterverteilung: Zwar sank der Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft von 42 Prozent auf 34 Prozent, jedoch verzeichnen die Unternehmen einen deutlichen Zuwachs von Frauen in den obersten Führungsetagen. Der Anteil von Frauen in Vorstands- und Geschäftsführungspositionen hat sich auf 12,3 Prozent mehr als verdoppelt (Vorjahr: 5,9 Prozent). Auf der ersten Führungsebene beziehungsweise bei Abteilungsleitungen stieg der Anteil leicht auf 21,2 Prozent.

Vollzeit bleibt Norm – Rückgang beim Homeoffice

Die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung bildet mit 75 Prozent weiterhin das starke Fundament der Arbeitsverhältnisse in der Branche. Teilzeitarbeit bleibt konstant bei 13 Prozent. Eine deutliche Trendwende zeigt sich bei der Wahl des Arbeitsortes: Die mobile Arbeit ist stark rückläufig. 90 Prozent der Arbeit findet wieder vor Ort statt, während der Anteil von Homeoffice und mobiler Arbeit von 19 Prozent im Vorjahr auf nun 10 Prozent gesunken ist. Darüber hinaus setzen die Unternehmen stark auf die Absicherung ihrer Belegschaft: 81 Prozent der Betriebe bieten eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) für alle Beschäftigten an, weitere 11 Prozent für bestimmte Beschäftigtengruppen. Auch die außerbetrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen nahmen sprunghaft zu und stiegen auf 13 Prozent (Vorjahr: 1 Prozent). 

Über das ANG-Arbeitspanel

Am ANG-Arbeitspanel 2026 nahmen 166 Unternehmen der Mitgliedsverbände teil. Diese repräsentieren insgesamt rund 60 Prozent der tarifgebundenen Beschäftigten der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.  

Die Ernährungs- und Genussmittelindustrie beschäftigt in rund 6.000 vorwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben knapp 674.000 Menschen. Anders als in allen anderen deutschen Industrien werden in der Branche jedes Jahr hunderte von Tarifverträgen in den einzelnen Regionen und Teilbranchen abgeschlossen und neu verhandelt. Es gibt keinen anderen Wirtschaftsbereich in Deutschland, der eine solch differenzierte Tarifpolitik betreibt. Die ANG verbindet als Dachverband die neun sozialpolitischen Landesverbände sowie vier Fachverbände der Ernährungs- und Genussmittelindustrie.

Publikationen zum Download Arbeitspanel der ANG

Kontakt für Presseanfragen:

Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss e.V. Hauptgeschäftsführerin Kim Cheng;  Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin Tel.: 030 200 786 113; E-Mail: cheng@ang-online.com


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