Süßes Genießen ohne schlechtes Gewissen

19.02.2021, foodjobs.de.

Der Ruf nach verbesserten Arbeitsbedingungen für Kakaobauern wird immer lauter – und das macht sich auch in den Zahlen bemerkbar. So setzen immer mehr Süßwarenhersteller wie Manner oder Ben & Jerry‘s auf nachhaltig produzierten Kakao.

Während Schokolade zu früheren Zeiten ein wertvolles Luxusgut wohlhabender Bürger war, begegnet uns die süße Verführung heute zu jedem Anlass: Egal ob Schoko-Osterhase, Schoko-Weihnachtsmann oder Valentinstagspralinen – die braune Süßware scheint in unserer Hemisphäre allgegenwertig. Dabei ist Schokolade in jeder Preisklasse zu bekommen und schon lang nicht mehr ein Gut, dass sich nur die oberen Zehntausend leisten können. 

Doch mit der erhöhten Verfügbarkeit kommen, wie in so vielen Bereichen, auch entsprechende Arbeitsbedingungen für Kakao-Bauern einher, denn wenn die Tafel Schokolade im Supermarkt 50 Cent kostet, was bleibt dann den Erzeugern?   

Laut dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie stammen 60,5% aller Rohkakaolieferungen von der Elfenbeinküste, gefolgt von Nigeria mit 20,8% und Ghana mit 7,2%. Während der Pro-Kopf-Verbrauch von Kakao nach vorläufigen Ergebnissen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) von 3,2 kg im Wirtschaftsjahr 2013/14 auf 2,9 kg in 2019/20 sank, stieg jedoch der Anteil von nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren im Jahr 2019 auf 72%. Somit hob sich der Wert innerhalb eines Jahres um ganze 10% an und stellt so einen bedeutenden Schritt für die Pläne der Bundesregierung dar, 100% des Kakaos unter fairen Bedingungen produzieren und handeln zu lassen.

Auch verschiedene Unternehmen der Lebensmittelbranche erkennen die Dringlichkeit, auf nachhaltigen Kakao umzustellen. Vor kurzem verkündete das österreichische Süßwarenunternehmen Manner, dass ab 2021 alle Waffeln und Schnitten mit fairem Kakao hergestellt werden sollen: „Die Umstellung auf Fairtrade ist eine gute Nachricht für Kakaobäuerinnen und -bauern im globalen Süden. (...) Durch Fairtrade erhalten sie einen stabilen Preis für ihre Ernte sowie die zusätzliche Fairtrade-Prämie – gerade in diesen Krisenzeiten eine wichtige Unterstützung“, so Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.). 

Genau wie Manner setzt auch der beliebte Eishersteller Ben & Jerry’s auf Nachhaltigkeit. Der Kakao, der für die Herstellung von Schokoladeneiscreme verwendet wird, ist bei Ben & Jerry’s bereits seit Jahren Fairtrade-zertifiziert. Seit Ende letzten Jahres hat sich das Unternehmen zusätzlich dazu verpflichtet, einen höheren Preis für Kakao zu zahlen, der die Bauern bei ihrer Existenzsicherung unterstützen soll. 

 

 


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