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Karriereweg Lebensmittelchemie

Karriereweg Lebensmittelchemie

Lebensmittelchemiker schützen den Verbraucher. Sie nehmen die Zusammensetzung von Lebensmitteln unter die Lupe und testen die Reaktion von Inhaltsstoffen in Lebensmitteln bei Lagerung, Zubereitung und Verarbeitung. Sie sind Experten in chemisch-analytischen, biochemischen und mikrobiologischen Verfahren. Durch die gewonnenen Kenntnisse kann die Qualität der Lebensmittel verbessert werden. Des Weiteren werden auch die Zusatzstoffe auf Art, Reinheit und Wirksamkeit getestet, um eine sichere Anwendung gewährleisten zu können. Neben Lebensmitteln werden auch Kosmetik und Bedarfsgegenstände überwacht und kontrolliert.

Die Ausbildung zum Lebensmittelchemiker befindet sich derzeit im Umbruch. Da mittlerweile alle Studiengänge bzw. Studienabschlüsse international miteinander vergleichbar sein sollen, läuft das Modell des Diplomstudiums aus und wird mehr und mehr durch das Bachelor/Master System ersetzt. Während der Diplomstudiengang Lebensmittelchemie sich nach den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Bundesländer richtet, ist der Studiengang im Bachelor Master System bestimmt durch die jeweiligen Prüfungsordnungen der Universitäten. So ist auch das Studium je nach Bundesland und Universität leicht verschieden.

Zugangsvoraussetzungen

Voraussetzung für das Studium an Universitäten ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Hochschulzugangsberechtigung, wie bspw. das Absolvieren der Meisterschule. Ansonsten unterliegt der Studiengang der universitätsspezifischen Zulassungsbeschränkung. Weitere Informationen dazu findet man auf der jeweiligen Uni-Homepage.

Studieninhalte und Anforderungen

Diplomstudium

Es gibt drei Abschnitte während des Studiums.

  • Grundstudium (4 Semester)
  • Hauptstudium, Abschluss 1. Staatsexamen (5 Semester)
  • Anschließend praktisches Jahr und 2. Staatsexamen oder Promotion möglich

Grundstudium

Im Grundstudium werden zunächst einmal naturwissenschaftliche Grundlagen behandelt, um ein wesentliches chemisches Verständnis bei den Studierenden aufzubauen. So sind Fächer, wie Chemie (organische und anorganische), Biologie, Physik und Mathematik im Verlauf des Grundstudiums besonders stark gewichtet. Zusätzlich wird mithilfe verschiedener Praktika analytisches Arbeiten gefördert. Am Ende des Grundstudiums ist eine Vorprüfung erforderlich. Diese richtet sich nach den zuvor behandelten Fächern und wird von den jeweiligen Dozenten der Fachbereiche durchgeführt. Erst nach erfolgreichem Abschluss des ersten Prüfungsabschnittes ist die Teilnahme am Hauptstudium möglich.

Hauptstudium

Der zweite Prüfungsabschnitt entspricht dem Hauptstudium, welches insgesamt 4 Semester plus Abschlussarbeit umfasst. Dort werden schwerpunktmäßig chemische Fächer behandelt, aber auch Module aus anderen Lebensmittelbereichen. Beispielsweise gehören folgende Module zum Verlaufsplan des Hauptstudiums:

  • Analytik und Technologie von Lebensmitteln, Kosmetika und anderen Bedarfsgegenständen
  • Mikrobiologie, Lebensmittelhygiene, Lebensmittelkonservierung, Pflanzenschutz 
  • Biochemie und Ernährungslehre
  • Chemische Toxikologie, ökologische Chemie, Umweltanalytik
  • Lebensmittel- und Verwaltungsrecht

Nach Beendigung der vier Semester wird die erste Staatsprüfung abgelegt. Diese richtet sich nach dem behandelten Stoff der vorangegangen Semester. Danach wird im fünften Semester des Hauptstudiums eine wissenschaftliche Abschlussarbeit von drei bis sechs Monaten bearbeitet. Die Themen entsprechen experimentellen Aufgaben, die selbstständig unter Betreuung bearbeitet werden. Der Titel Diplom Lebensmittelchemiker kann schließlich auf Basis dieser Abschlussarbeit erworben werden.

Alternativer Studienverlauf Bachelor/Master System

  • Bachelor (6 Semester)
  • Master (4 Semester)
  • Anschließend praktisches Jahr und 2. Staatsexamen oder Promotion möglich

Bachelor

Der Bachelor of Science Lebensmittelchemie umfasst insgesamt 6 Semester, in denen Veranstaltungen aus verschiedenen Lehreinheiten und Fachbereichen besucht werden. Chemie, Biologie und Lebensmittelchemie bilden hierbei das Grundgerüst des Studiums. Während zunächst in den ersten drei Semestern die Grundwissenschaften Physik, Mathematik, Biologie und EDV sowie die Grundlagen der Chemie gelehrt werden, trägt erst ab dem vierten Semester die Lebensmittelchemie mehr und mehr an Gewicht. In diesem Abschnitt des Studiums ermöglichen insbesondere Praktika im Bereich der Chemie den Studierenden erste praktische Erfahrungen im Labor zu sammeln. Beendet wird der Bachelor schließlich mit der Anfertigung der Bachelorarbeit. Hiermit soll nachgewiesen werden, dass die Studierenden auch selbstständig wissenschaftlich arbeiten können.

Master

Nach erfolgreich absolviertem Bachelor kann der Master of Science in der Lebensmittelchemie folgen. Dieser hat eine Regelstudienzeit von 4 Semestern und umfasst folgende Kernbereiche:

  • Ernährungslehre
  • Chemie und Mikrobiologie von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, Kosmetika
  • Instrumentelle Hochleistungsanalytik
  • Selbständiges wissenschaftliches Arbeiten (Masterarbeit)
  • Grundprinzipien des Lebensmittelrechts

Der Master der Lebensmittelchemie wird als zweiter Prüfungsabschnitt der Ausbildung zum staatlich geprüften Lebensmittelchemiker anerkannt.

Praktisches Jahr und 2. Staatsexamen

Das Hochschulstudium ist sowohl mit dem ersten Staatsexamen, als auch mit dem Abschluss des Master of Science beendet und eröffnet den Weg in das sogenannte „Praktische Jahr“ an einem chemischen Untersuchungsamt, das in Form eines Praktikums absolviert wird. Dabei steht die rechtliche Beurteilung der Lebensmittel, Kosmetika, Tabakerzeugnisse und Bedarfsgegenstände im Vordergrund. Organisation, Durchführung und Qualitätssicherung der Untersuchungen von Lebensmitteln sind die Schwerpunkte. Es werden die rechtlichen Vorschriften sowie die Durchführung der amtlichen Lebensmittelüberwachung einschließlich der Betriebskontrollen erlernt. Dies erfolgt jeweils in den verschiedenen Abteilungen, die sich mit speziellen Lebensmittelgruppen befassen. In einigen Bundesländern wird im Rahmen des praktischen Jahres auch ein Industriepraktikum durchgeführt.

Nachdem das praktische Jahr erfolgreich absolviert wurde, folgt die zweite und letzte staatliche Prüfung. Diese besteht in der Regel aus einer praktischen Prüfung, drei Aufsichtsarbeiten und einem mündlichen Prüfungsteil. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Prüfungen im Studium wird diese Prüfung von einem Prüfungsausschuss der staatlichen Lebensmittelüberwachungsämtern übernommen. Nach bestandener Prüfung darf sich der Absolvent schließlich als „staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker“ ausgeben. Diese drei Prüfungsabschnitte sind bundesweit nach wie vor Voraussetzung für eine berufliche Tätigkeit in der amtlichen Lebensmittelüberwachung.

Promotion

Insbesondere für Absolventen, die im Bereich der Forschung und Lehre bleiben bzw. sich weiterbilden möchten, kommt eine Promotion allenfalls in Frage. Mit einem erfolgreichen Abschluss des Universitätsstudiums oder dem Master of Science kann schließlich ein forschungsorientiertes Graduiertenstudium begonnen werden. Unter Betreuung eines Professors wird hier eine Dissertation angefertigt, in der sich thematisch mit dem erweiterten Gebiet der Lebensmittelchemie beschäftigt wird. Typischerweise erfolgt die Promotion in einem Zeitraum von zwei bis 3 Jahren.

Dauer, Kosten und Förderung

Die Dauer des Studiums der Lebensmittelchemie beläuft sich auf insgesamt mindestens 9 Semestern im Studienverlauf des Diplomstudiums oder 10 Semester im Verlauf des Bachelor/Masterstudiums.

Die Semestergebühren belaufen sich je nach Universität auf ca. 250-360 Euro und setzen sich zusammen aus Beiträgen für bspw. AStA und Studentenwerk aber auch aus Beiträgen für die Finanzierung des Semestertickets.

Zur Unterstützung bei der Finanzierung kann die Förderungsmöglichkeit BAföG in Anspruch genommen werden. Eine weitere Möglichkeit, ist die Aufnahme eines Studienkredits. Eine weitere Option, finanzielle Unterstützung zu erlangen bieten Stipendien.

Universitäten

Einsatzgebiete und Jobchancen

Um nach dem Studium einen Job zu finden, stehen die Chancen in der Regel gut. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass die Studierendenzahlen stagnierend bzw. rückläufig sind, die Nachfrage nach Lebensmittelchemikern jedoch weiterhin groß ist. Als zukünftiger Arbeitgeber kommt jedes Unternehmen in Frage, das Lebensmittel, Kosmetika oder andere Produkte herstellt, die zum Verzehr oder für den direkten Gebrauch, bspw. auf der Haut, verwendet werden. Behörden bis hin zu rechtsmedizinischen Instituten stellen Lebensmittelchemiker ein. Sie finden ihren Einstieg in Labore in der Lebensmittelindustrie, in der Forschung (hier auch in Medizin, Kosmetik, Pharma) und in den Ämtern. Dort sind sie meist rechtlich verantwortlich für alle Kontrollfunktionen und die Qualität der Produkte. Weitere Einsatzgebiete finden sie in der amtlichen Lebensmittelüberwachung an staatlichen und kommunalen chemischen Untersuchungsämtern, in einschlägigen Bundes- und Landesbehörden, wie zum Beispiel im Bundesgesundheitsamt und in den für das Gesundheitswesen zuständigen Bundes- und Landesministerien. Als freiberufliche Sachverständige und Berater für Industrie und Handel können sie außerdem in Handelslaboratorien arbeiten.

Gehalt

Das Gehalt für Lebensmittelchemiker ist abhängig von Abschluss, Branche, Region und Unternehmensgröße.
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt in der Lebensmittelchemie liegt bei 3.166 Euro brutto im Monat und kann mit steigender Berufserfahrung auf 5.833 Euro steigen.

(Quelle: AG Junge Lebensmittelchemiker)

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